Vegane Produkte von der Rügenwalder Mühle

 

Rügenwalder ist, wie einige Konkurrenzformen, in den Markt um Veggie-Fleischersatz eingestiegen und eigentlich bin ich ja immer neugierig, ob diejenigen, die Marktführer im Fleischbereich sind und entsprechend über das Know-How verfügen, fleischähnliche Produkte anders, vielleicht sogar besser machen können als die vegetarischen Firmen. Mein anfängliches Interesse wurde nach der Markteinführung aber sofort gedämpft, denn die Produkte sind zwar vegetarisch, aber nicht vegan. Mittlerweile ist das Sortiment aber erweitert und um vegane Produkte ergänzt worden, die ich für Utopia testen durfte.

Mühlen Hack und Mühlen Hamburger

vegane Produkte der Rügenwalder Mühle

Etwas irritiert war ich, als ich das riesige mir rot-weißem Klebeband versiegelte Styropor-Paket vor meiner Tür entdeckte – meine Nachbarn vermuten nun wahrscheinlich, dass ich in den Organhandel eingestiegen bin. Eine riesige Styroporbox mit Kühlakkus für gerade einmal sechs Test-Päckchen – angesichts des Verpackungsmülls wäre es mir eigentlich lieber gewesen die Produkte selbst zu kaufen und danach abzurechnen. Insbesondere weil der Test über Utopia als explizit nachhaltiges Portal läuft, war ich etwas überrascht, aber vermutlich ließ sich die Produktqualität beim Versand nicht anders sichern.

 

Die Produkte

Enthalten waren in dem Paket jeweils drei Packungen Hack-Ersatz und Burger-Patties. Da ich in noch nie Hack verarbeitet habe, machte ich mich zunächst an die Patties und daraus – mangels anderem kreativem Einfall – Burger.
Das fertige Patty besteht im Wesentlichen aus Soja, Rapsöl und Gluten und liefert 189 kcal/100g. Für den Burgereffekt wurde der oberen Seite eine Grillrostoptik verpasst – was sofort auffällt: es sieht ganz anders aus als auf dem Produktfoto, denn während der Burger auf der Verpackung handgeformt aussieht, war meiner ziemlich deutlich maschinell geplättet worden – das tut der Sache geschmacklich zwar noch keinen Abbruch, aber leider ließ er sich auch nicht so gut bräunen.

 

Mühlen Hamburger

Wer abends kocht hat dunkle Fotos: Burger im Vollkornbrötchen, Rucola, Rote Beete-Meerrettich-Streich und gebratene Rosenkohlviertel

In der Pfanne gebraten wurden die Patties recht schnell kross, blieben mir allerdings zu hell und innen etwas zu weich. Geschmacklich fand ich sie zudem ein bisschen lasch – gerade angesichts der Tatsache, dass es eine riesige Menge an Konkurrenzprodukten auf dem Markt gibt und Rügenwalder im Gegensatz zu den vegetarischen Pionieren wirklich vom Fach ist (und ungleich viel mehr in Produktentwicklung, etc. stecken kann), hätte ich mir deutlich intensivere Burger erwartet, vielleicht mit rauchigem Grillaroma. Schade, das können andere besser, ausgefallener und aufregender. Kombiniert mit einem leckeren Aufstrich (absolute Empfehlung: Rote Beete-Meerrettich), frischen Sprossen, Gemüse, Röstzwiebeln und Salat und in ein leckeres Brötchen verpackt schmeckt das zwar wirklich nicht schlecht – allerdings tut das Patty nicht viel für den Geschmack.

 

Mühlen Hack

Spaghetti und Zoodles mit Bolognese

 

Hack habe ich selbst noch nie verarbeitet (lediglich Soja-Schnetzel, die allerdings auch nicht allzu oft), entsprechend deckte ich mich erstmal mit Ideen ein, musste aber sehr schnell feststellen, dass das bröselig-trockene Mühlen Hack eine ganz andere Konsistenz hat und die meisten der gesichteten Rezepte deswegen wieder verworfen werden mussten. Also musste ich mir etwas anderes einfallen lassen: Das einzige Gericht, das ich wirklich mit Hack assoziiere ist Spaghetti Bolognese. Also Hack mit Gemüse anbraten, mit Wein ablöschen, Tomaten und Kräuter zugeben und köcheln lassen, dazu Spaghetti und voilá. Leider war das Hack ebenfalls nur so lala. Aus der Soße schmeckte es kaum heraus und auch hier gibt es wirklich bessere Konkurrenzprodukte.
Über meine restlichen Versuche das Hack zu etwas Leckerem zu verarbeiten breite ich lieber den Mantel des Schweigens – wirklich gut wurde nichts, allerdings muss das nicht zwangsläufig am Produkt gelegen haben, ich wurde einfach nicht mit Konsistenz und Geschmack warm und anderen wäre eine gefüllte Paprika deswegen wahrscheinlich besser gelungen als mir.

Wirklich schade ist auch, dass gerade ein großer Hersteller lediglich auf Produkte setzt, mit denen der Fleischersatzmarkt mittlerweile überschwemmt ist: Ich würde gerne mal etwas anderes als Burger, Schnitzel und Würstchen im Kühlregal finden – stattdessen stehen dort die immergleichen Produkte von verschiedenen Herstellern – der Anblick ist, im Hinblick auf die Varietät, fast schon so traurig wie das Fleischregal.
Ein wenig erinnert mich das an die Gründungen diverser veganer Burgerläden vor ca. 5 Jahren – auf einmal poppte in nahezu jeder Stadt ein veganes Fast-Food-Geschäft auf, häufig von ambitionierten Leuten mit sehr wenig Gastroerfahrung geführt und entsprechend schwankte die Qualität auch sehr stark. Mit dieser Konzentration auf Lifestyle-Veganismus geht auch ein wenig die Identität der Veggie-Bewegung verloren. Ich schätze die vegane Bloggosphäre für ihre Unkonventionalität, für sehr verschiedene Herangehensweisen und Lebenskonzepte. Und genau das finde ich in den Convenience-Produkten nicht wieder. Schade, eigentlich. Denn die vegane Küche, der für sie typische Blick über den Tellerrand und das Crossover-Einarbeiten von Zutaten aus verschiedenen Kochtraditionen könnte eine wirkliche Bereicherung für den Lebensmittelmarkt darstellen. Aber mit einer Kombination aus Burgern, Nuggets und Hack wird das nichts werden.

 

Austrofred

Klassischer Burger mit Austrofred und Blumen im Salat

 

Konkurrenz für Veggie-Pioniere?

Tatsächlich bleibt es aber nicht dabei, dass die Produkte im Supermarkt auftauchen, sie verdrängen auch andere Hersteller, vor allem diejenigen, die vegane und vegetarische Kunden schon seit Jahren ernst nehmen. Erst vor ein paar Tagen gab der Versand vegan total bekannt, dass das Geschäft künftig nur noch eingeschränkt aufrechterhalten werden kann oder sogar ganz geschlossen werden muss. Schade, denn gerade auf diese Pioniere haben sich Veggies über Jahre verlassen. Es gab Zeiten, zu denen noch nicht jeder Supermarkt Tofuwiener und Seitanschnitzel im Sortiment hatte, noch dazu waren es ein paar wenige Hersteller, die Fleischalternativen angeboten haben. Werden diese jetzt vom Markt verdrängt?

Ich hoffe nicht. Mittlerweile habe ich, vor allem auch aus Neugier, einige der Produkte der großen Fleischketten probiert und war noch von keinem Produkt wirklich angetan. Ich sehe mich dabei aber auch vor einem Dilemma: Ich bin aus ethischen Gründen Veganerin, weswegen ich Unternehmen, die ihr Geschäft mit dem Töten von Tieren machen nicht unterstützen möchte. Es gibt durchaus pragmatischere Herangehensweisen, die damit argumentieren, dass sich durch die zunehmende Nachfrage vegetarischer Produkte auch die Unternehmensschwerpunkte verändern lassen und man natürlich mit jedem Einkauf in einem nicht-veganen Laden ebenso Tierprodukte querfinanziert.
Das Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem halte ich es, im Sinne des „so vegan wie möglich“-Leitspruchs für besser keine Fleischkonzerne zu unterstützen.

 

Weiterlesen:
vegan-welt.de: Hinter welchen Veggie-Marken steht welcher Fleischkonzern?

 

Disclaimer: 
Die Produkte wurden mit zum Testen zur Verfügung gestellt, der Bericht stellt meine eigene Meinung dar.

Rezension und Gewinnspiel: Fleischlos glücklich? Witze für Veganer, Veggies und Omnis

Wer vegan oder vegetarisch lebt, kennt die drei bis vier Standardwitzchen von den jagdunfähigen Vegetariern bis hin zum Vorwurf, dass den Tieren das Essen weggegessen würde. So wirkliche Schenkelklopfer sind das eher nicht und außerdem haben sie einen derartigen Bart, dass die meisten sie im Wortlaut mitsprechen könnten, wenn man sie nachts um drei aus dem Bett werfen und sie vorsagen lassen würde. Ehrlich gesagt: Gute Witze über Veggies sind selten. Noch seltener sind eigentlich nur Witze über Nicht-Veggies. Mir fällt spontan nicht ein einziger ein und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass mir jemand irgendwann mal einen erzählt hätte.
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Piero Masztalerz und André Sedlaczek versuchen hier eine Lücke zu schließen: Ein Veggie und ein mindestens genau überzeugter Fleisch liefern sich in Fleischlos glücklich? oder Dürfen Veganer Pudelmützen tragen? ein zeichnerisches Witzbattle. Das ist mal komisch, mal albern und manchmal eher nachdenklich, denn thematisch dreht sich das Büchlein um alles, was im weitesten Sinne mit Veggie- oder Fleischitarismus zu tun hat: Beziehungsprobleme, Tierschutz, absonderliche Verhaltensweisen, attestierte Hypersensibilität, et cetera: Den ganzen alltägliche Wahnsinn eben, den Veggies, Fleischies, Tierschützer und Co miteinander oder unabhängig voneinander erleben oder erleben könnten.
Hier steht Müsli-Klischee neben den Auswüchsen einer (pseudo-)transparenten Landwirtschaft, die Fiktion des hypermännlichen Fleischvernichters neben vegetarischen Absurditäten.

Nicht alles ist dabei unbedingt witzig – aber die Idee über Humor einen Brückenschlag zwischen den vermeintlich verfeindeten Positionen zu versuchen ist einen näheren Blick auf alle Fälle wert und Fans von Uli Stein, Perscheid und Co. finden in dem Büchlein mit Sicherheit einen netten Zeitvertreib und entdecken vielleicht auch die ein oder andere eigene Verhaltensweise wieder.
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Ginge es nach mir hätte auf das Vorwort von Hildmann gerne verzichtet werden können. Nicht nur weil dieser aktuell im Zentrum der Kritik steht, sondern auch, weil er in seinem kurzen Text in die gleiche Kerbe schlägt, die er in den letzten Jahren etwas überstrapaziert hat und Veganer per se als spaßbefreite und unsympathische Müsli-Jochens zeichnet. Das muss in einem Buch, das sich Veggies als Zielgruppe aussucht, eigentlich nicht sein und gerade wenn Autoren es sich zur Aufgabe gemacht haben einen humoristischen Brückenschlag für gemischtköstlerische Paare, Familien und Interessierte anzubieten, ist das Bemühen von 1990er Bioladenklischees mehr als nur ein wenig aus der Zeit gefallen. So wirkt auch das Argument man erreiche (lies: überzeuge) viel mehr Leute, wenn man sich ihnen witzig nähere, etwas deplatziert – soll dieses Buch doch das gleichberechtigte Nebeneinander verschiedener Ernährungsweisen befördern.

Worin ich aber, bei aller Kritik, zustimme: Man sollte immer bereit sein eigene Einstellungsmuster und Verhaltensweisen zu reflektieren und gegebenenfalls zu ändern. Dazu gehört auch und vor allem das Gegenüber ernstzunehmen und den eigenen Standpunkt kritisch zu beleuchten. Hilft dieses Buch dabei? Vielleicht. Auf alle Fälle ermöglicht es dem Leser auch mal über sich selbst zu schmunzeln oder den Partner dezent auf kauzige Verhaltensweisen hinzuweisen. Und manchmal hilft es ja auch schon, wenn man sich in seiner Position ein wenig verstanden fühlt.

Dein Interesse ist geweckt? Ein Exemplar gibt es zu gewinnen!
In Zusammenarbeit mit dem Verlag verlose ich unter meinen Lesern ein Exemplar des Buches.
Kommentiert dazu bitte bis spätestens 13.3. mit eurem liebsten Veggie-, Flexetarier- oder Fleischi-Witz – ob selbsterfunden oder mit Bart ist egal, nur bitte: Wir bleiben hier auf alle Fälle jugendfrei – alles andere fällt dem Lösch-Button zum Opfer und ist dann aus dem Rennen.

Disclaimer: Den Gewinner ziehe ich nach dem Zufallsprinzip und informiere ihn am 14.3. – sollte bis zum 21.3. keine Rückmeldung mit Adresse erfolgen wird erneut ausgelost. Der Versand erfolgt durch den Verlag, an den ich die Adresse mit Erlaubnis des Gewinners weiterleite. Teilnahme bitte erst ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten. Zum Zweck des Gewinnspiels übermittelte Daten werden selbstverständlich nur für das Gewinnspiel verwendet und nicht weiter gespeichert. Bitte denkt daran eure Kontaktdaten (Email, die ihr regelmäßig abruft) anzugeben, so dass ich euch im Fall eines Gewinns kontaktieren kann.

Rezensions- und Gewinnexemplar wurden mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt – der Beitrag entspricht allein meiner Meinung. 

vegan wednesday – so geht es weiter

So ganz ist es an euch bestimmt nicht vorbeigegangen, dass der vegan wednesday kaum mehr Zulauf hat.
Wir haben deswegen ein bisschen überlegt und uns Gedanken gemacht wie wir das Projekt wieder beleben können. Ganz wollen wir es nicht aufgeben, dazu steckt von unserer Seite viel zu viel Zeit und auch Herzblut drin, aber dass es so nicht mehr weitergeht könnt ihr euch ja auch vorstellen.
Wir arbeiten deswegen mit Hochdruck an einem Relaunch, der im neuen Jahr starten soll.
Das kostet viel Zeit und Mühe, weswegen wir die wöchentlichen Boards erst einmal zurückstellen müssen. Stattdessen erstellen wir aus euren Beiträgen ein Board für den Rest des Jahres. Gesammelt wird unter diesem Post und jeder darf natürlich so viele Beiträge einreichen wie er möchte.

P.S. Zu Weihnachten lassen wir uns wieder ein kleines Special einfallen – ihr dürft also gespannt sein!

vegan wednesday #159 – her mit den (Halloween-)Bildern!

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Kennt ihr das? Man tut und macht und die Zeit vergeht und auf einmal ist Donnerstag und dabei wäre man doch eigentlich gestern bereits mit dem Beitrag für den vegan wednesday drangewesen. Peinlich. Denn eigentlich hatte ich mir nicht nur vorgenommen nach der Zurückeroberung meines Blogs wieder häufiger selbst mitzumachen, sondern vor allem auch wieder zuverlässig bereits am Dienstag die Ankündigung rauszuhauen. Das klappt wohl noch nicht so ganz, wie man sieht.
Tatsache ist: Heute ist schon Donnerstag, dafür aber der Donnerstag vor Halloween! Und wenn ich es schon nicht rechtzeitig zum Mittwoch auf die Reihe bekomme, würde ich mich über allerhand gruselige Puddinghirne, Schokospinnen, Hexenfingerkekse und Co. freuen.
Natürlich dürfen aber auch andere Beiträge mit auf das Board, wer also weniger gruselaffin ist, muss deswegen nicht zurückstecken.

Weil die Verspätung dieses Mal wirklich ausschließlich auf meine Kappe geht nehme ich eure Beiträge bis Anfang nächster Woche entgegen.

vegan wednesday #155 – hello again

  Frühstück

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Jetzt im Herbst liebe ich warme Speisen zum Frühstück. Hier: Mandelmilchcouscous mit Chai-Gewürzen, Zimt und getrockneten Beeren.


 

Mittagessen

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Mittags: Süßkartoffel-Karottensuppe mit Ingwer, steirischem Kürbiskernöl und schwarzem Sesam


 

Abendessen

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Nudeln mit Mandelsahne-Pesto-Soße


Gewinnspiel

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Zu meinem Wiedereinstand habe ich euch ein kleines Gewinnspiel mitgebracht.
Mit freundlicher Unterstützung des Irisiana-Verlags verlose ich Das vegane Kochbuch von Sandra Forster. Die Gastronomin schöpft aus einem großen Vorrat leckerer veganer Rezepte, die jeder mit ein bisschen Kocherfahrung am heimischen Herd nachkochen kann.
Um zu gewinnen hinterlasst bitte bis zum 10.10.2015 um 24h einen Kommentar unter diesem Post. Alternativ kann auch der dazugehörige Post auf Facebook geliket oder kommentiert werden.
Den Gewinner des Kochbuchs gebe ich am 11.10.2015 bekannt. Sollte sich der Gewinner innerhalb von 7 Tagen nicht bei mir melden oder unerreichbar sein, verfällt der Gewinn und ich lose neu aus.

Die Gewinnerin wurde informiert und das Buch ist bereits auf dem Weg zu ihr. Vielen Dank für die zahlreiche Teilnahme! Das nächste Gewinnspiel steht auch schon in den Startlöchern.

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Foodsharing – Zu Besuch bei den Lebensmittelrettern

Der Besuch bei den Foodsavern ist nun schon ein paar Monate her, wegen der technischen Probleme mit meinem Blog erscheint er aber erst jetzt.

 

Zu klein, so groß, zu schrumpelig – laut einer Studie des Verbaucherschutzministeriums landet die Hälfte der Lebensmittel weltweit im Müll.
Teils verfault Obst und Gemüse bereits vor der Ernte, so wie im vorherigen Herbst die Äpfel, von denen es wegen des guten Wetters einfach zu viele gab. Die Ernte hätte sich nicht rentiert, also blieben sie am Baum hängen oder auf den Obstwiesen liegen. Viele Produkte, die für den Verkauf nicht schön genug aussehen, werden bereits aussortiert, bevor sie den Supermarkt erreichen. Die Einkäufer wollen nur das frischeste Gemüse haben, denn nur das wird auch gekauft.

So bleibt auf dem Weg zum Verbraucher an jeder Station etwas hängen: Kartoffeln, die nicht von der Erntemaschine erfasst werden und deren Handlese zu teuer wäre, kistenweise Frischware beim Großhändler, zerdellte Dosen und Gemüse mit Schönheitsfehlern im Supermarkt und schließlich der angegessene Joghurtbecher oder der überlagerte Reis beim Endverbraucher. Essbar wäre (fast) alles davon gewesen – trotzdem landet es im Müll.

Ginge es nach den Leuten hinter der Organisation Foodsharing würde dies bereits jetzt der Vergangenheit angehören. In Wiesbaden haben die Lebensmittelretter einen Fairteiler eingerichtet – ein Kühlschrank, der fast jeden Tag mit geretteten Lebensmitteln bestückt wird. Abholen darf jeder. „Bei uns gibt es keine Zugangsbeschränkungen wie bei der Tafel,“ betont eine der Botschafterinnen von Foodsharing Wiesbaden. Sie koordiniert die Abholung aus Supermärkten und die Verteilung der Lebensmittel. Ein Netz aus Freiwilligen sammelt täglich im ganzen Stadtgebiet die Spenden der Kooperationspartner ein. Erzeuger, Bäckereien und Supermärkte geben gerne ihre nicht mehr verkäufliche Ware ab. „Oft ist es so, dass der Salat noch frisch ist, aber die neue Kiste wartet schon im Lager und muss eingeräumt werden. Die alten Salate wandern dann einfach in den Müll, obwohl da nichts dran ist.“ Viele Händler sind froh, dass sie ihre unverkäuflichen Lebensmittel nicht mehr in den Müll werfen müssen und unterstützen die Aktion deswegen gerne.

Das meiste landet aber nicht im Fairteiler, sondern wird direkt von den Abholern weitergegeben. Die Organisation der Verteilung ist jedem freigestellt, einige versorgen Nachbarn oder Mitbewohner mit, viele posten Fotos ihrer Ausbeute in der Foodsharing-Facebook-Gruppe. Dann kann einfach jeder Interessierte kommen und abholen so viel er tragen und gebrauchen kann. „Wegwerfen müssen wir nichts, notfalls verbrauchen wir es selbst“ betonen die Aktivisten. Im Hinterzimmer eines wiesbadener Ateliers ist der Fairteiler untergebracht, ein ehemaliger Getränkekühlschrank, der bis vor Kurzem noch bei einem Caterer stand und sicherstellt, dass empfindliche Lebensmittel die Zeit bis zur Abholung unbeschadet überstehen. „Bei uns läuft das etwas anders als in anderen Städten, in denen die Anlaufstelle immer zugänglich ist. Wir haben feste Abholzeiten, die wir nach jeder neuen Lieferung bekanntgeben. Das hat aber auch seine Vorteile, denn durch unsere Vorprüfung können wir garantieren, dass die Lebensmittel, die wir in den Fairteiler stellen, in Ordnung sind und niemand umsonst vorbeikommt.“ Dabei bleibt es oft nicht bei der Abholung, viele bringen auch selbst etwas mit. Fehlkäufe, zu viel Gekochtes und ganze Vorratspakete werden aber auch in der Facebookgruppe angeboten. Gründe fürs Weitergeben gibt es viele: Spontane Urlaube, Ausmisten vor einem Umzug oder auch geschmackliche Fehlgriffe. 

Dass die Gruppe mit dem Fairteiler einen Nerv getroffen hat, zeigt sich auch an der Auslastung. Eine Aktivistin berichtet von langen Schlangen vor dem Atelier und davon wie unterschiedlich die Abholer sind: „Kürzlich standen hier zwei Anzugmänner in der Tür, die wollten sich das einfach mal anschauen, haben beide etwas Kleines genommen und sind dann wieder gegangen.“ Überhaupt ist das Publikum sehr bunt. Neben Menschen mit wenig Geld sind vor allem Leute an Foodsharing interessiert, denen nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln am Herzen liegt. Ein relevanter Teil der Spenden geht auch an soziale Projekte wie die Obdachlosenhilfe oder in öffentliche Kochaktionen der Lebensmittel-Aktivisten.

Die meisten der Aktiven haben zunächst selbst abgeholt: „Ich bin zu Foodsharing gekommen, weil es mir finanziell nicht gut ging, fand das Konzept toll und wollte irgendwann mehr tun und selbst mithelfen,“ erzählt einer der Aktivisten. Den wöchentlichen Einkauf ersetzt Foodsharing aber nicht. „Meist reichen die Produkte für ein oder zwei Mahlzeiten, das ist eine gute Ergänzung, aber komplett ernähren kann sich davon keiner, zumindest nicht in Wiesbaden,“ erklärt eine Aktivistin. Dafür sei Foodsharing aber auch gar nicht gedacht. „Wie stehen nicht in Konkurrenz zur Tafel, sondern wollen die Lebensmittelverschwendung reduzieren.“ In anderen Städten sehe das aber wieder anders aus. Teils würden dort so große Mengen gespendet, dass sich der Lebensmitteleinkauf praktisch auf Null reduziere.

In Wiesbaden hat sich das Konzept gut etabliert, die Facebookgruppe zählt über 2000 Mitglieder und jeden Tag werden neue Angebote gepostet – von privat ebenso wie von den organisierten Lebensmittelrettern. Trotzdem will die Gruppe weiterwachsen. Benötigt werden vor allem neue Abholer, bestenfalls mit Auto und in der Nähe der Kooperationspartner. Denn auch der ökologische Aspekt sei Teil des Konzepts, betonen die Foodsharer. Mit dem Auto an das andere Ende der Stadt zu fahren, um zwei Brote abzuholen, das sei nicht zielführend und liefe der Idee eines nachhaltigeren Umgangs mit Lebensmitteln entgegen.

Für die Zukunft hat sich die Wiesbadener Gruppe viel vorgenommen: Kooperationen stärken und neu aufbauen, verschiedene Projekte unterstützen und die Idee des Lebensmittelrettens in der Bevölkerung bekannter machen. „Wir merken, dass die Idee immer stärkeren Anklang findet,“ berichten die Aktivisten. Und auch für die nahe Zukunft hat sich die Gruppe einiges einfallen lassen, um die Lebensmittelverschwendung noch tiefer im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Wiesbaden darf gespannt sein.

 

Hintergrundinfo:

Foodsharing wurde als Reaktion auf den Film Taste the Waste gegründet. Dabei handelt sich um einen Dachverband, der die Arbeit der Basisgruppen vor Ort koordiniert, den Kontakt zu großen Kooperationspartnern unterhält und die Idee bundesweit verbreitet.

Die regionalen Basisgruppen organisieren sich in Abstimmung mit dem Bundesverband selbst und arbeiten weitgehend autonom, weswegen die Strukturen in verschiedenen Städten sehr unterschiedlich sein können.

Weiterlesen?

Foodsharing
Taste the Waste

vegan wednesday #155 – hier wird gesammelt

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Hallo ihr Lieben, da bin ich wieder!
Falls sich jemand gewundert hat (und ich hoffe doch, dass meine digitale Abwesenheit wenigstens dem ein oder anderen aufgefallen ist): Ich hatte eine geraume Zeit keinen Zugriff auf meinen Blog, aber das ist jetzt endgültig behoben und ich kann wieder eure Essensbilder sammeln.
Das Prinzip vegan wednesday ist ja hinlänglich bekannt: Essen fotografieren, Bilder zu einem Blogbeitrag zusammenstellen und den Link hier posten, damit auch alles auf dem Board landet. Gerne dürft ihr die frohe Kunde auch via Twitter, Instagram und Co verbreiten. Wir würden uns freuen, wenn ihr dabei den Hashtag #veganwednesday nutzt.

Ich bin schon gespannt auf eure Fotos!

Tiefkühlkost from scratch: Zu Besuch bei Frosta in Bremerhaven

Dank einer Kooperation von Utopia und Frosta war ich zusammen mit Utopia-Nutzern und Bloggern zu einem Besuch bei Frosta eingeladen. Wem Frosta nichts sagt: Das ist eine der Firmen, deren Produkte vor allem im TK-Bereich zu finden sind. Die Palette reicht von Fertiggerichten über Gemüsemischungen bis zu TK-Kräutern oder gefrorenen Früchten. Neben dem Frosta-Reinheitsgebot gehört auch das Engagement für Nachhaltigkeit zum Markenkern von Frosta, dazu aber später mehr. Anlass der Einladung war die Erweiterung des vegetarisch-veganen Produktsortiments und Frostas Kommunikationsstrategie sich als transparentes Unternehmen zu präsentieren.
Organisiert wurde die Reise von Utopia, finanziert von Frosta. Die Leirstung beinhaltete Taxi- und Bahnfahrten, eine Übernachtung im Sail City Bremerhaven, Eintritt und Führung im Klimahaus 8° Ost, sowie Verpflegung, zusätzlich gab es für jeden eine kleine Goodie-Bag mit Werbematerialien.
Für das Veröffentlichen des Artikels habe ich (außer der Reisekostenübernahme) kein Geld erhalten, zudem gibt er nur meine Meinung wieder.

„Ach den Peter besuchst du“ – so oder so ähnlich lauteten die Kommentare, wenn ich von meiner Einladung zu Frosta nach Bremerhaven erzählte. Peter von Frosta ist neben dem Käptn der Fischstäbchenkonkurrenz wohl eines der bekanntesten deutschen Markengesichter. Nur – soviel sei schon verraten – getroffen haben wir ihn nicht, dafür aber eine ganze Menge Eindrücke in der Produktion und drumherum gesammelt. Aber ganz von Anfang an:

Erste Station –  Hotel Sail City Bremerhaven

Sail City Hotel Bremerhaven

Aussicht aus dem Hotel – irgendwo hinter dem ganzen Wasser ist Hof Butenland

Mit wenig Schlaf, dafür aber einiges an Bahnchaos-Stress im Gepäck traf ich um die Mittagszeit herum in Bremerhaven ein. Kurz nach der Ankunft hatte Frosta ein erstes kurzes get-together im Hotel anberaumt.
So blieb nur kurz Zeit um im von Frosta gesponsorten Zimmer die traumhafte Aussicht auf die neblige Wesermündung (irgendwo hinter dem vielen Wasser liegt übrigens Hof Butenland) zu genießen, ein paar wenige Sachen auszupacken (lies: aufs Bett werfen) und dann ging es auch schon weiter zum ersten Programmpunkt: Kennenlernen und zwar nicht nur die anderen Eingeladenen und Regina von Utopia, sondern auch Maren von Frosta. Als Trainee in der Produktentwicklung der vegetarischen Produkte beschäftigt organisierte sie unseren Aufenthalt in Bremerhaven und teilte uns den recht vollgepackten Ablaufplan mit. Nach einem kleinen Snack ging es auch sofort los in das direkt neben dem Hotel gelegene Klimahaus, ein Museum in welchem man sich auf die Spuren von Klima, Klimawandel und Umweltzerstörung begibt.

Zweite Station – Klimahaus 8° Ost

Klimahaus Bremerhaven

Genauso kalt wie sie aussieht, die Eiswüste im Klimahaus

Graue Sonntagnachmittage eignen sich ja bekanntlich besonders gut für einen Museumsbesuch.
Das Klimahaus 8° Ost verfolgt ein modernes Ausstellungskonzept, fernab von bloßem Spazieren um gut abgeschirmte Exponate: Der Besucher begeben sich auf eine Reise entlang des Längengrades 8° Ost. Dabei erleben sie jede der Stationen mit allem was dazugehört – Kuhglockengeläut und Plastikkühe zum Melken in der Schweiz, die Eiswüste mit antarktischen Temperaturen und einem Zelt als Basislager, undurchdringliche Vegetation im Urwald, sengende Schwüle in der Steinwüste, eine sternenklare Nacht, Stachelrochen im Meer und afrikanische Hütten mit allerlei Videos und Artefakten.
Jede Station hat eine eigene Geschichte zu erzählen: Der kulturelle Hintergrund der Bewohner, die klimatischen Bedingungen und nicht zuletzt die Auswirkungen des Klimawandels auf die spezifische Region werden thematisiert und anhand verschiedener Objekte vorgeführt und erlebbar gemacht. Aufbereitet wird dies mit einem multimedialen Konzept das alle Sinne anspricht, mal ist es heiß, dann wieder kalt, manches lädt zum Anfassen ein, Filme ergänzen sich mit großen aufgebauten Kulissen und musikalischer Untermalung – kein Wunder also, dass das Klimahaus auch ein perfekter Ort für Veranstaltungen von Hochzeiten bis Kindergeburtstag ist.
Mit so wenig Zeit wie wir sie im Gepäck hatten, war aber leider nur ein Kurzbesuch möglich: Ausgangspunkt war die Hallig Langeneß, deren Bevölkerung akut vom Klimawandel bedroht ist; von dort aus ging es in die Schweiz, wir wanderten den steilen Alpenfußweg hinauf, froren uns unter einem Gletscher hindurch und schaukelten mit einer Gondelfahrt nach Sizilien, dargestellt in einem Aufbau wie aus „Liebling ich habe die Kinder geschrumpft“, von dort wechselten wir in die afrikanische Steinwüste mit fast unerträglichen Temperaturen, weiter durch dichte Urwald-Vegetation, einen beeindruckenden Sternentunnel, vorbei an einer eiskalten Antarktisexpedition, mehreren Aquarienlandschaften im Seaworld-Tunnel-Stil und landeten nach einem 90-minütigen Feuerwerk an Eindrücken schlussendlich wieder am Ausgangspunkt, der Frosta Kochschule, die im Eingangsbereich untergebracht ist.
Leider blieb kaum Zeit um auch nur die Informationstafeln an den Wänden zu lesen, sich intensiver mit den angesprochenen Themen zu befassen oder auch nur alle Ausstellungen zu besichtigen, aber der rote Faden der Ausstellung war klar: Klima geht uns alle an und verändert global die Lebensbedingungen von Menschen, Tieren und ganzen Ökosystemen, teils sogar so drastisch, dass Lebensräume aufgegeben werden müssen oder Arten aussterben.
So wundervoll modern das museale Konzept des Klima-Erlebens gelingt und den Besucher auf eine Weltreise mitnimmt, die alle Sinne anspricht, so groß war auch der Wermutstropfen:
Zum umfassenden Gesamtpaket gehört neben dem klimatischen Erlebnis nämlich auch ein integrierter Quasi-Zoo.
Nicht nur die bereits erwähnten Fische in allen Farben Formen und Größen, Insekten und ein Waran leben im Klimahaus, sondern auch eine Gruppe Galagos, besser bekannt als Buschbabys. Nun gehöre ich, zugegeben, zu den Personen, die Tierhaltung in Zoos generell kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. Aber selbst wenn ich diesen Aspekt außen vor lasse, fällt der deutliche Unterschied zwischen modernem musealem Mitmachkonzept und bloßer Ausstellung der Tiere auf – vom zugestandenen Platz ganz zu schweigen. Leistet sich das Klimahaus riesige Räume um eine Eis- oder Steinwüste nachzubauen, erhalten die für ihre enormen Springkünste bekannten Galagos weniger Platz als meine wirklich winzige Küche zu bieten hat, für ein Tier das laut unserem Führer in der freien Natur bis zu sieben Meter weit springt und in Bäumen lebt vermutlich also nicht allzu viel Platz. Das Klimahaus sah sich, so bringt eine kurze Google-Recherche zu Tage, tatsächlich schon mit Kritik an der Galago-Haltung konfrontiert, versichert aber die gesetzlichen Mindeststandards einzuhalten.
Ob das reicht? Angesichts der hervorragenden Ausstattung des Klimahauses und des durchaus zivilisationskritischen Ansatzes müsste eine über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehende Tierhaltung eigentlich möglich sein. Zumal die altbacken anmutende Tierhaltung in diametralem Gegensatz zum übrigen Museumskonzept steht. Ob die bloße Einhaltung gesetzlicher Mindeststandards eine wirklich artgerechte Haltung garantiert sei hier, mit Blick auf Haltungsvorschriften anderer Tierarten auch grundsätzlich in Frage gestellt.
Das Argument, dass man mit den ausgestellten Tieren zeigen wolle, dass durch Palmöl auch der Lebensraum dieser putzigen Primaten akut bedroht ist, überzeugt mich nicht. Wer ein Tier zu Ausstellungzwecken sein gesamtes Leben einsperrt, sollte tunlichst Sorge dafür tragen, dass es sich auch bestmöglich ausleben kann, zumal in einem Museum, das im gleichen Atemzug mit erhobenem Zeigefinger auf die Umweltzerstörung durch den Menschen aufmerksam macht.
Mit dem Verweis auf die gesetzlichen Mindeststandards argumentiert man eher auf einer Linie mit Schweinemästern und Geflügelbaronen – einem Zoo steht diese Argumentationsschiene schlecht, gerade für moderne zoologische Einrichtungen, die von der bloßen Ausstellung schon lange abgekommen sind und versuchen möglichst natürliche Lebensräume mit entsprechenden Bewegungs- und Rückzugsmöglichkeiten nachzubilden, ist sie auch nicht mehr zeitgemäß.

Dritte Station – Die Frosta-Kochschule

Frosta Zutatentracker

Der Frosta Zutatentracker – Screenshot

In der Frosta Kochschule angekommen übernahm Maren wieder das Ruder und erklärte anhand einer Power-Point-Präsentation die Besonderheiten der Frosta-Produktpalette. Kurzum: Frosta hat sich seit geraumer Zeit der Herstellung von Lebensmitteln ohne Zusatzstoffe verschrieben. Nichts soll rein, was ein Koch daheim nicht auch verwenden würde. Und so richte sich das Angebot vor allem an diejenigen, die eigentlich frisch kochen, aber eine Alternative suchen, falls sie mal nicht kochen können oder wollen.
Dass die Einführung des Reinheitsgebots zunächst ein Flop war, schlussendlich aber dennoch beibehalten wurde war 2003 wohl eine ziemliche Innovation für den deutschen Convenience-Markt. Lebensmittel außerhalb des Biobereichs bewusst ohne Verdickungsmmittel, Geschmacksverstärker und Co herzustellen ist tatsächlich auch heute noch für viele Hersteller undenkbar und selbst im Biosektor gängige Praxis.
Tatsächlich geht Frostanun einen Schritt weiter und startet, wie derzeit einige Unternehmen, eine Transparenz-Offensive. So kann der Verbraucher auf jeder Verpackung eine genaue und vollständige Angabe der Zutaten in lesefreundlicher Schrift finden oder über den neuen Zutatentracker herausfinden wo die verwendeten Rohstoffe angebaut wurden, dazu gilt es lediglich den Produktcode auf der Verpackung in die Suchmaske einzugeben. Wer eine Frosta-Packung im Eisfach herumliegen hat kann es hier gleich einmal ausprobieren: zutatentracker.de
Auf der gleichen Seite finden sich übrigens auch Videos zur Herkunft der Frosta-Zutaten.

Frosta Versuchsküche

Brutzeln in der Frosta-Versuchsküche

Frosta ist schon lange im Veggie-Sektor präsent. So gibt es die orange Produktlinie für fleischfreie Gerichte, die jeweils als vegetarisch, vegan oder fleischlos ausgezeichnet sind und dieses Sortiment bekommt jetzt nochmal Zuwachs. Mehrere vegetarische und zwei neue vegane Gerichte standen bei unserem Besuch kurz vor der Markteinführung, einige sind mittlerweile schon erhältlich.
Natürlich stand auch eine Verkostung auf dem Plan und ich probierte die beiden veganen Gerichte: Eine (noch in der Entwicklung befindliche) Spätzle-Gemüse- und eine (mittlerweile erhältliche) Bratkartoffel-Gemüse-Pfanne. Frosta wolle sich auch mit herzhaften Gerichten im veganen Markt positionieren, erklärte Maren, denn bisher seien die veganen Gerichte vor allem mit dem Label „exotisch“ in Verbindung gebracht und auch so vermarktet worden. Mit Blick auf das Couscous und das Mango-Curry, welche Frosta bisher im Angebot hat, ein schlagendes Argument.
Vom Packungbegutachten wird man aber bekanntlich nicht klüger, also hieß es ran an die Pfannen und losgebrutzelt. Nach ein paar Minuten waren die TK-Gerichte servierfertig. Der erste Geschmackstest: Hm. Naja, nicht übel aber noch ausbaufähig.
Tatsächlich sind sowohl Bratkartoffel-Pfanne als auch Spätzle nicht schlecht. Mangels Umami-Note aber eher typische Beilagen als herzhafte Hauptgerichte und es erwies sich beim Probekochen als gar nicht mal so einfach eine vernünftige Bräunung aka Röstaromen zu erzeugen. Kaufkandidat? Die Bratkartoffeln eher nicht, ich kann mich leider überhaupt nicht mit der Konsistenz gefrosteter Kartoffeln anfreunden. Die Spätzle landen aber eventuell mal in meinem Einkaufswagen. Möglich, dass ich mit bekanntem Kochgerät (fremde Herde und Pfannen sind ja immer ein bisschen gewöhnungsbedürftig) und ein paar Kniffen ein respektables zu-faul-zum-Kochen-Essen daraus zaubern kann. Pilze, Seitan, Räuchertofu oder auch ein Schuss Sojasoße könnten der herzhaften Note den nötigen Kick geben und da der Markt für vegane Spätzle ohnehin sehr mager bis nicht existent ist, bietet sich vielleicht eine gut verfügbare Alternative zum Selberschaben oder quer-durch-die-Stadt-zum-Bioladen-fahren.

Goodie-bag

Wenn das der Pollmer wüsste…. sein Buch neben einer veggiefreundlichen Postkarte!

Apropos Seitan:
Frosta arbeitete bei der Entwicklung des Reinheitsgebots mit Udo Pollmer zusammen. So kam es auch, dass in der Goodie-Bag (Frischhaltebox, Pfannenwender, Werbematerial) ein Broschüren-Buch von Pollmer enthalten war. Titel: Zusatzstoffe von A bis Z. Was Etiketten verschweigen.
Der reißerische Titel lässt es schon vermuten: Es handelt sich um ein typisches Pollmer-Werk und dieses macht wieder einmal unmissverständlich deutlich wie er sich den Titel des enfant terrible der deutschen Lebensmittelbranche verdient hat und ihn nach wie vor verbissen verteidigt.
Ich möchte nicht im Detail auf die Kritik an Pollmer eingehen, das ist an anderer Stelle und von fachlich weitaus kompetenteren Menschen bereits in aller Breite ausgearbeitet worden, soviel sei aber verraten: Sein Verhältnis zu Veggies ist ein schwieriges und er nutzt jedes erdenkliche (Nicht-)Argument um diesen Standpunkt zu untermauern, das ist zumindest in der Veggie-Szene hinlänglich bekannt, kaum einer der sich noch nicht über einen medialen Pollmer-Angriff geärgert hat.
Trotzdem: Puh. Einer explizit als Tester für vegane oder vegetarische Produkte geladenen Runde eine Broschüre von einem Autor hinzulegen, der keine Gelegenheit auslässt Missachtung gegenüber einer veg* Ernährungsweise auszudrücken, ist bestenfalls ungeschickt. So ergeht sich Pollmer in einer Tirade über Seitan, den er als „sehr bedenklich“ bezeichnet. Dass es sich um ein mehlbasiertes Nahrungsmittel mit mehr als 2000-jähriger Kulturgeschichte handelt (und nicht wie in dem Infobildchen suggeriert wird um ein Produkt das nur mit Glutamat und „Aromen“ [Anführungszeichen im Original] erträglich gemacht werden kann (S. 166)), verschweigt er geflissentlich und informiert merklich angeekelt: „Gluten wird neuerdings auch zu Fleischersatz verarbeitet“ und dieser Seitan sei für ihn „besonders fragwürdig.“ (S. 167)
Teils sind die Informationen aber auch schlicht falsch. So behauptet er, dass ein Vitamin D-Mangel fast nur bei Menschen auftrete, die zu wenig in die Sonne gehen. (S. 126) Angesichts der Tatsache, dass die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden über mehrere Monate nicht ausreichend stark genug ist, um eine Vitamin D-Versorgung zu gewährleisten und die Studienlage eine klinisch relevante Unterversorgung bei einem Großteil (je nach Studienlage zwischen 60-95%) der Bevölkerung nachweist, sollten solche Aussagen mit Vorsicht getroffen werden. Bezweifelt werden darf auch Pollmers in diesem Zusammenhang getroffene Behauptung, dass für einen Mangel maßgeblich Cremes mit UV-Filter verantwortlich seien. Bevor ich Sonnenschutzlotionen und Co weglasse, würde ich lieber nochmal mit meinem Hautarzt sprechen.*
Trotzdem: Ich halte die Entscheidung von Frosta Lebensmittel ohne Produktionshilfen und Zusatzstoffe herzustellen für lobenswert, nicht zuletzt weil ich es unerträglich finde, dass einige dieser Stoffe nicht deklarationspflichtig sind oder schlechte Produktqualität mit Aromazusätzen ausgeglichen wird. Dabei ist selbstredend nicht jeder Zusatzstoff bedenklich, das weiß man auch bei Frosta. Mit vielen Hilfsmittelchen kann es sich ein Hersteller auch schlicht einfacher machen oder Produkte geschmacklich aufwerten, das schlägt sich dann teilweise auch im Preis nieder. Trotzdem esse ich lieber Lebensmittel, die mit Qualität überzeugen und bei denen Geschmack und Konsistenz nicht durch Aromen oder Hilfsmittelchen auf die Sprünge geholfen wird, auch wenn sie dann etwas mehr kosten.

Vierte Station – Das Frosta-Werk

Grau ist alle Theorie und so ging es nach viel Informationen über die Frosta-Philosophie am nächsten Tag direkt nach dem Frühstück zur Werksbesichtigung.

Die Wartezeit in der Eingangshalle konnte mit alten Frosta-Werbespots überbrückt werden. Ein breites Grinsen zeichnete dabei der Late-Night-Werbespot von Frosta auf die teils noch sehr müden Gesichter.

Aber wir waren ja nicht gekommen um alte Werbeclips zu gucken, sondern um hautnah zu erleben wie die Tortellini in die Tüte kommen.

Gläserne Fischstäbchenproduktion

Die gläserne Fischstäbchenproduktion – leider gibt es an diesem Montag kaum etwas zu sehen

Auf dem Programm stand aber zuerst die gläserne Fischstäbchen-Produktion, ein Vorzeige-Projekt von Frosta: Die Fabrikwand wurde an einer Seite gegen eine Glasscheibe ausgetauscht, so dass jeder Interessierte bei der Fischstäbchenentstehung zusehen kann. Bei unserem Besuch war leider nur wenig zu sehen, da nur ein kleiner Teil der Produktionsstraße genutzt wurde, für jemanden der ohnehin in der Nähe ist bietet das Fenster in die Fabrik aber einen spannenden Einblick in die Produktionsprozesse eines Lebensmittelbetriebs.
Dabei sollte es für uns aber nicht bleiben, denn wir durften in die heiligen Hallen. Mit Mundschutz, Haube und Ganzkörperkittel ausgestattet und von oben bis unten desinfiziert durften wie eintreten.
Dass der Termin für Montag angesetzt war hatte dabei durchaus einen Sinn, denn die Veggiegerichte werden am Anfang der Woche zubereitet. Da die Maschinen am Wochenende gründlich gereinigt und auseinandergebaut werden, wird sichergestellt, dass sich im veganen Couscous nicht plötzlich ein Hühnchenstück wiederfindet.
Wir folgten der Produktion von der Anlieferung und Qualitätskontrolle über die eigene Gewürzküche und Mehlschwitzeherstellung bis hin zur fertigen Tortellini-Sahne-Packung.

Man versuche ständig die Produktion noch nachhaltiger zu gestalten, versicherte uns unser Werksführerimmer wieder. Tatsächlich sei das aber nicht so einfach, denn oftmals ergäben sich Probleme. So würden beispielsweise die Gewürzmischungen separat in Plastikbeutel abgepackt, da wiederverwendbare Optionen den mikrobiologischen Standards nicht genügen und plastikfreie Transportbehältnisse nicht dicht genug abschließen. Man versuche aber die Prozesse zu optimieren, denn Nachhaltigkeit sei eines der zentralen Konzernanliegen.

Tatsächlich ist so ein Werk ein ziemlich beeindruckendes Erlebnis: Mit Hausfrauenkochen daheim oder auch Gastroküche hat diese Art der Produktion zu tun, auch wenn faktisch die gleichen Prozesse ablaufen. Alles ist viel größer und lauter, verschiedene Produktionsstraßen laufen nebeneinander und großteils automatisch. Besonders stolz sei man bei Frosta auf die Entwicklung des Sprühverfahrens, erklärte unser Gastgeber, denn statt einen Gewürzklumpen pro TK-Packung zuzugeben, der nur dann ausreichend dosiert sei, wenn die ganze Packung auf einmal verbraucht wird, sprühe Frosta die einzelnen Zutaten mit der Soße ein. So sei sichergestellt, dass auch bei kleineren Verbrauchsmengen die Gewürzdosierung stimme.
Überhaupt hatte ich keine Vorstellung wie groß und technisiert ein solcher Betrieb tatsächlich ist, zugegeben hatte ich mir vorher darum auch kaum Gedanken gemacht. Und so wirkte der gesamte Besuch ein wenig wie eine Folge Sendung mit der Maus, nur eben nicht hinterm Fernseher mit Armin von der Maus, sondern direkt vor Ort in der riesigen Produktionsanlage von Frosta. Überall rattert und pfeift es, Tüten rasen über verschiedene Bänder und man weiß gar nicht wohin man zuerst schauen soll. In einem Raum sortiert ein Gerät Erbsen, Broccoli und Nudeln nach Gewicht zu einer Packungsgröße zusammen, im nächsten stehen riesige Soßentöpfe und wieder eins weiter schweißt eine Produktionsstraße die fertige Verpackung zusammen, durchleuchtet und kontrolliert sie, wiegt noch einmal nach und schon ist ein Päckchen fertig für den Weg in den nächsten Supermarkt.
Zum Abschluss schnappten wir uns ein paar fertige Päckchen vom Band und bekamen den Inhalt in der Versuchsküche serviert – frostfrisch sozusagen.

Fazit

Frosta präsentiert sich als Unternehmen, das sich sowohl der Produktqualität, als auch der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt und kommuniziert das auch nach außen. Trotzdem sind die meisten Frosta-Produkte, mit Ausnahme der Bioland-Linie, leider nicht bio.

Auch der vollkommene Verzicht auf Zusatzstoffe und Produktionshilfen spricht für sich und die Tatsache, dass vegane Produkte schon lange als solche ausgezeichnet werden, bekommt einen persönlichen Vegan-Bonuspunkt. Künftig sollen die Labels übrigens nicht mehr nur auf der Rückseite (links unten) sondern direkt auf der Vorderseite angebracht werden.
Als einziges mir bekanntes Unternehmen unterscheidet Frosta in der Deklaration zwischen fleischfrei und vegetarisch. Übrigens: Für die Veggie-Produkte nutzt Frosta kein Palmöl – ein ganz klares Plus.
Abgesehen vom Engagement im Bereich Nachhaltigkeit und die Kochschule für sozial benachteiligte Kinder wurde über das Thema „soziale Verantwortung“ leider nur wenig berichtet. Auch auf den Seiten des Unternehmens findet sich neben dem Code of Conduct keine Einlassung zu diesem Thema. Gerade weil einige der verwendeten Produkte aus Gebieten (zB Südamerika oder Asien) stammen, die von Menschenrechtsorganisationen als kritisch im Bezug auf Arbeitsbedingungen und Sozialstandards bewertet werden, wäre eine offenere Informationspolitik oder vielleicht sogar eine Besiegelung ein notwendiger Teil der erklärten Transparenzoffensive.

Vielen Dank an Frosta für diese spannende Reise hinter das Kühlregal. Übrigens: Falls ihr noch Fragen habt, der beste Ansprechpartner dafür bin natürlich nicht ich, sondern peter@frosta.de

Weiterlesen? Weiterführende Links findest du im Text oder hier:

High 5 Vegan: Vitamin D
Klimahaus 8° Ost
Galagos im Klimahaus
Frosta Zutatentracker

*Disclaimer: Ich bin nicht medizinisch ausgebildet sondern bestenfalls interessierte Laiin. Da ich explizit davor warne Gesundheitstipps von Internetseiten zu entnehmen, insbesondere von solchen denen die fachliche Vorbildung fehlt, sind meine Ausführungen und Verlinkungen lediglich als Lesetipp und explizit nicht als Empfehlung irgendetwas zu supplementieren zu sehen. Ich stehe im regen Austausch mit fachlich gebildeten Personen, so dass ich Leseempfehlungen nicht einfach nur aus dem Bauch heraus verteile, sondern guten Gewissens versichern kann, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen Informationen weitergebe, die auch von Fachpersonen als kompetent und wissenschaftlichen Standards entsprechend eingestuft werden. Medizinische Fragestellungen sind trotzdem immer als Einzelfall zu betrachten und sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt und nicht aufgrund eines Blogartikels umgesetzt werden.

Konsumismus trifft Lohnsklaverei – drei norwegische Fashionblogger im Sweatshop

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Was passiert wenn drei norwegische Fashionblogger mit Hang zu viel und unreflektiertem Konsum in Kambodscha in den Alltag von Textilnähern eintauchen? Ein norwegischer TV-Sender hat das Experiment gewagt und drei Fashionblogger um die 20 nach Kambodscha geschickt.

In fünf Episoden erfahren die drei am eigenen Leib, was es heißt immer und immer wieder den gleichen Saum zu nähen, von 3$ am Tag zu leben und in einer Wohnung zu schlafen, in der es weder ein richtiges Bett, noch sanitäre Anlagen gibt.

Dazwischen treffen sie auf Textilarbeiter, die von geplatzen Träumen, unwürdigem Leben und existenziellen Nöten berichten. Ihre Gastgeberin berichtet, wie gerne sie Ärztin geworden wäre, aber Bildung war für ihre Familie nicht finanzierbar. Eine andere Frau erzählt, dass ihre Mutter verhungerte, als sie noch ein Säugling war. Demonstrationen für höhere Löhne werden brutal niedergeschlagen, zum Schutz der Arbeiter müssen ihre Gesichter verfremdet werden und, soviel sei vorweg genommen, an der Situation der Näherinnen hat sich auch nach der Berichterstattung nichts geändert.
Dagegen: Die Bilder europäischer Bekleidungsketten. Kleidung, die im europäischen Kontext nicht teuer ist, die Näherinnen aber ein gesamtes Jahresgehalt kosten würde.

 

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Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Blogger im Laufe der Episoden. Auf eine distanziert-amüsierten Perspektive im ersten Teil, die eine gewisse westliche Überheblichkeit nicht verhehlen kann, folgt Zusammenbruch nach Zusammenbruch. Die große Erleuchtung bleibt im Lauf der Sendung aus, wie es mit den Bloggerinnen weitergegangen ist, wie sich ihre Konsumgewohnheiten verändert haben, das wäre spannend zu erfahren.

Sweatshop ist eine Dokumentation die auf brutale Weise europäische Gedankenlosigkeit und unüberlegten Konsumismus kambodschanischer Ausbeutung gegenübersteht. Die Episoden dauern jeweils ca. 10 Minuten und beleuchten jeweils einen anderen Aspekt.
Leider ist die Sendung nur auf Norwegisch mit englischen Untertiteln verfügbar – wen das nicht schreckt, für den lohnen sich die fünf Folgen aber allemal!

Die Folgen mit englischen Untertiteln gibt es auf aftenposten.no

 

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Screenshots: aftenposten.no

Wie teuer ist vegane Ernährung? Probanden gesucht für Runde 2

Dass vegane Ernährung teuer sein muss gilt mittlerweile wohl als argumentativer Konsens.
So wurde ich erst kürzlich für einen FAZ-Artikel interviewt, der trotz eindeutig gegenteiliger Aussagen aller Befragten, fest auf dem Standpunkt blieb, dass vegane Ernährung teuer sei. Grund dafür: Der obligatorische Tofutruthahn, den ich zwar noch nie jemanden kaufen oder essen sehen habe, der aber in fast jedem Artikel als Beispiel für teure vegane Ersatzprodukte herhalten muss.

2012 habe ich bereits einen ersten Anlauf unternommen herauszubekommen, was Veganer für ihre Ernährung zahlen. Das Problem: Ich hatte als Rücklauf lediglich Daten einer kleinen und homogenen Gruppe: Studentinnen zwischen 20-25 Jahren. Die Daten legten zwar nahe, dass vegane Ernährung nicht zwangsläufig teurer sei, besonders aussagekräftig waren sie aber nicht.

Deswegen starte ich jetzt eine neue Runde und dazu brauche ich eure Ernährungsdaten.apfel
Ich suche Teilnehmer, die sich bereit erklären innerhalb des Zeitraums 1.2.2015-31.3.2015 vier Wochen lang Einkaufszettel zu sammeln und/oder ein Haushaltsbuch zu führen. Zu Beginn der Befragung schicke ich dazu eine kurze Rundmail, mit Hinweisen was alles berücksichtigt werden sollte.
Zum Abschluss sollte jeder einen kurzen Fragebogen zu seinen Eckdaten, den Ergebnissen und seinen Ernährungsgewohnheiten. Die Informationen werden natürlich streng vertraulich behandelt und lediglich anonymisiert veröffentlicht. Nebenbei steht es euch aber natürlich frei selbst darüber zu bloggen oder eure Daten anderweitig zu veröffentlichen.

Sehr gerne möchte ich dabei Daten von unterschiedlichen veganen Ernährungsformen vergleichen: Freeganer, Rohköstler, Foodsharer, Selbstversorger, etc. sind also explizit eingeladen mitzumachen. Auch suche ich Daten aus Österreich oder der Schweiz. Sofern genügend Probanden zusammenkommen gibt es hierzu jeweils eine Sonderauswertung.

Gerne hätte ich auch Vergleichswerte von miteinanderlebenden Paaren, bei denen die Partner unterschiedliche Ernährungsweisen praktizieren. Auch hierzu würde ich, bei entsprechend hoher Probandenanzahl, eine Sonderanalyse machen.

Mitmachen: 

Bitte schickt mir spätestens 2 Tage vor eurem Aufzeichnungsstart eine Email, damit ich euch die Rundmail rechtzeitig zukommen lassen kann. Der letztmögliche Termin für die Anmeldung ist der 28.2.2015. Der letztmögliche für die Abgabe eurer Daten der 05.04.2015.
Die Anmelde-Email sollte neben euren Kontaktinformationen (E-Mail, die ihr regelmäßig abruft genügt) euer Herkunftsland, eure Ernährungsform und -falls möglich- die Teilnahme an der Partnersonderauswertung beinhalten. Zudem wäre ich dankbar, wenn Ihr mir den ungefähren Zeitpunkt, zu dem ich mit euren Daten rechnen kann, mitteilt (sofern absehbar). Meldet euch gerne auch jetzt schon an, auch wenn ihr erst im März zum aufschreiben kommt, so kann ich absehen, ob und welche Sonderanalysen sich lohnen.
Gerne stehe ich natürlich auch für Rückfragen zur Verfügung.

E-Mail: annette@think-care-act.de